Von Akut- bis Nachbehandlung: Unser kardiologisches Spektrum
Die Behandlung erfolgt je nach Krankheitsbild medikamentös, durch kleinere Eingriffe oder in Zusammenarbeit mit der Herzklinik chirurgisch. Zur Erkennung von Herzkranzgefäßverengungen (Koronare Herzerkrankung) kommen ein hochauflösendes CT oder sehr dünne Katheter mit einem Durchmesser von 1,3mm zur Anwendung. Über den Katheter werden bei Vorliegen von Herzkranzgefäßverengungen die Gefäße erweitert (PTCA) und Gefäßstützen ("Stents") eingesetzt. Auch bei Verengungen an aortokoronaren Bypassgefäßen sowie im akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) kommen diese Techniken zur Anwendung.
Stressechokardiographie
Zur Erkennung und Überwachung von Herzrhythmusstörungen verfügt die Klinik neben Langzeit-EKGs (bis zu sieben Tage) an allen Herz-Betten über die Möglichkeit einer differenzierten EKG-Überwachung (zum Teil als Telemetrie). Zur weiteren Abklärung von Bewusstlosigkeiten (Synkopen) kommen Kipptisch-Untersuchungen und die Implantation von Mini-EKG-Geräten zur Anwendung. Spezielle Herzrhythmusstörungen - besonders Herzrasen (Tachykardien), aber auch sehr häufige, störende Extraschläge (Extrasystolen) - können im Katheterlabor durch die so genannte Katheterablation beseitigt werden. Hierzu steht sowohl ein hochmodernes elektromagnetisches Mappingverfahren (CARTO, Kartografie der Rhythmusstörung) mit Integration von CT-Bildern in das Mapping (CARTO-MERGE) als auch die Anwendung von gekühlten Hochfrequenzkathetern (Kryoablation) zur Verfügung. Zur Behandlung von langsamen Rhythmusstörungen werden alle Arten von Herzschrittmachern und zur Behandlung von lebensbedrohlichen schnellen Rhythmusstörungen alle Arten von Defibrillatoren (ICD) implantiert und nachgesorgt. Bei Vorhofflimmern können darüber hinaus äußere und innere Elektroschockbehandlungen angewendet werden.
Besondere Erfahrungen hat unsere Klinik auch in der Behandlung der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Zur Beurteilung der Schwere der Herzinsuffizienz steht eine Spiroergometrie zur Verfügung. Zur Abklärung der Ursache werden regelmäßig Gewebsentnahmen aus dem Herzmuskel vorgenommen (Herzmuskelbiospie). Ultraschallverfahren werden benutzt, um zu klären, ob die Herzmuskelabschnitte asynchron pumpen und gegebenenfalls durch den Einsatz spezieller Schrittmacher (Kardiale Resynchronisationstherapie, CRT) die Herzmuskelschwäche gebessert. Als letzte Möglichkeit können die Patienten in der Klinik auf eine Herztransplantation vorbereitet werden (HTX-Evaluation). Auf eine dringend erforderliche Herztransplantation kann auf einem Intensivplatz der Klinik gewartet werden (High-Urgency-Listung).
Große Erfahrungen
Verengungen der Herzklappen können in einigen Fällen durch die Aufdehnung mittels Ballon (Valvulotomie) therapiert werden. Die Herzmuskelfunktion behindernde Herzmuskelverdickungen können in einigen Fällen durch den Katheter beseitigt werden (TASH). Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel (Perikardergruss), die die Herzmuskelfunktion einschränken, werden durch direkte Punktion des Herzbeutels beseitigt (Perikardpunktion). Ein Loch in der Vorhofscheidewand (Vorhofseptumdefekt, ASD) kann in vielen Fällen durch Einsatz eines Schirmchens über einen Katheter verschlossen werden. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Behandlung von entzündeten Herzklappen (Endokarditis) dar. In enger Zusammenarbeit mit den Herzchirurgen im Hause wird entschieden, ob und wie lange ein Klappenersatz vermeidbar ist.
Patienten, die aufgrund ihrer Herzerkrankung chirurgisch behandelt werden müssen, werden in der benachbarten Herzklinik der Universität operiert. Diese hat sich auf die Anwendung so genannter minimal-invasiver Operationsverfahren ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine (HLM) spezialisiert. Die Entscheidung, ob eine Kathetertechnik oder eine minimal-invasive Operation für den Patienten die sicherere Behandlungsalternative ist, wird im täglichen Gespräch zwischen Kardiologen und Kardiochirurgen entschieden. Im Anschluss daran werden die Patienten auf einer der Stationen der Klinik Augustinum München betreut.
Aufgrund der großen Erfahrung mit Kathetertechniken erfolgt durch die Kardiologie auch die Behandlung von Gefäßproblemen außerhalb des Herzens. Verschlüsse und Verengungen der Becken- und Beinarterien, der Nierenarterien und der Baucharterien werden erweitert und mit Gefäßstützen (Stents) versehen. Zur Behandlung und Prophylaxe von Durchblutungsstörungen des Gehirns (Schlaganfall, Transitorisch Ischämische Attacken, TIA) werden Stents in die Halsschlagader (Carotisstent) unter Filterschutz oder Verschlüsse der Vorhofscheidewand (offenes Foramen ovale) mittels eines Schirmchens vorgenommen.
Nach der Akut-Behandlung stehen wir für Nachsorge - etwa nach Herzinfarkten oder Herzoperationen - bereit: In der Nachsorgeklinik Ammermühle, einer anerkannten Rehabilitationsklinik für Herz-, Kreislauf- und Gefäßkrankheiten, setzen wir die Betreuung unser Patienten fort. Durch die enge Zusammenarbeit unserer Kliniken gehen keine Informationen über den Krankheitsverlauf verloren, die für die Patientenbetreuung wichtig sind. |
|
|
|
© 2012 Augustinum |