Computertomographie

Anwendung in der Nephrologie

Kommentar zum "Somaton Force" aus Sicht des Nephrologen

Die parenterale Gabe jodhaltiger Kontrastmittel kann nicht nur lebensgefährliche Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen sondern auch eine erhebliche Gefahr für die Nieren darstellen. Mehrere Pathomechanismen sind für die Schäden der Nieren verantwortlich. Am häufigsten wird eine Verschlechterung der Nierenfunktion durch Kontrastmittel beobachtet. Die klinische Bedeutung der Komplikation reicht vom vorübergehenden Abfall der glomerulären Filtrationsrate, der nicht selten übersehen wird, bis hin zum akuten (per definitionem reversibel) oder seltener auch dauerhaften Nierenversagen mit konsekutiver Dialyseabhängigkeit. Es ist gesichert, dass durch Röntendiagnostik verursachte kontrastmittelassoziierte Nierenschäden in der Medizin mit einer signifikanten Erhöhung der Morbidität und der Mortalität verknüpft sind.

Wichtige Determinanten der Nierenschädigung durch jodhaltige Kontrastmittel sind einerseits der Grad einer bestehenden Niereninsuffizienz, andererseits die verabreichte Menge (Volumen) und auch die molekulare Zusammensetzung (Osmolalität). Die genaue Kenntnis der Nierenfunktion wird daher vor jeder radiologischen Untersuchung mit Kontrastmittel zwingend gefordert. Darüber hinaus müssen alle Patienten vor der Diagnostik weitreichend über die Gefahr einer solchen Komplikation informiert und aufgeklärt werden.

Geringere Kontrastmittelgabe verringert die Gefahr eines Nierenschadens

Der neu verfügbare High-End-Computertomograph "Somatom Force" bietet aufgrund seiner besonderen technischen Eigenschaften für sensible Patientengruppen wie etwa sehr junge Patienten, solche mit Niereninsuffizienz sowie Schwerkranke große Vorteile. Unter anderem kann die für viele Patienten problematische Kontrastmittelmenge deutlich reduziert werden. Wie erste Erfahrungen zeigen, lässt sich die durchschnittliche Kontrastmittelmenge von 90 bis 110 Millilitern (ml) bei vielen Untersuchungsprotokollen um mehr als die Hälfte auf 25 bis 35 ml verringern. Möglich wird dies durch die beiden Vectron-Röntgenröhren des Somatom Force, die routinemäßige Untersuchungen bei niedrigen Röhrenspannungen von 70 bis 100 Kilovolt erlauben. So steigt das Kontrast-Rausch-Verhältnis, die Kontrastmittelmenge kann entsprechend gesenkt werden.