Kardiologie: Kompetenz für Herz und Kreislauf

Das Herzteam: Entscheidung über den besten Behandlungsweg

Wir können sämtliche Aspekte einer Herzerkrankung behandeln: Herzkranzgefäße, Herzmuskel, Herzklappen und Herzrhythmus. Dies mag selbstverständlich erscheinen, ist es aber nicht unbedingt. Je nach Krankheitsbild erfolgt die Therapie medikamentös, durch kleinere Eingriffe mit Kathetertechnik oder chirurgisch in Zusammenarbeit mit der angeschlossenen Herzchirurgie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Zudem vermitteln wir unseren Patienten, was sie selbst tun können, damit eine Herzerkrankung nicht fortschreitet oder weitere Leiden nach sich zieht.

Die Frage, ob es für den Patienten einen goldenen Weg gibt oder ob eine Kombination aus mehreren Ansätzen am vielversprechendsten ist, wird bei komplexen Krankheitsbildern immer häufiger multidisziplinär beantwortet. Um solche Entscheidungen zu treffen, kommt in der Klinik Augustinum das Herzteam (behandelnder Stationsarzt, interventioneller Kardiologe, Herzchirurg und Kardioanästhesist) zusammen - üblicherweise einmal pro Woche, im Notfall auch ad hoc.

Erfahrung und ständige Weiterbildung

Das breite Angebot in der Behandlung des Herzens erfordert ein Team qualifizierter Kardiologen, die nach den Standards der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ausgebildet werden und sich ständig auf deutschen und internationalen Fachkongressen fortbilden müssen. Ausreichende Fallzahlen und Prozedurenstandards sorgen für eine hohe Erfahrung bei den vorgenommenen Eingriffen.

Für durch den Gesetzgeber vorgeschriebene qualitätsgesicherte Eingriffe geht aus Erhebungen der BAQ hervor: Die Kardiologie der Klinik Augustinum München zählt für Koronarangiographien, perkutane Koronarinterventionen (PCI, Koronarstent), Schrittmacherimplantation und -revision, Defibrillatorimplantation und -revision zu den jeweils 10-20 Kliniken mit den höchsten Prozedurzahlen in Bayern.

Doch nicht nur von unserer fundierten Erfahrung profitieren die Patienten. Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB) stehen unserem Haus häufig vor der Regel-Bezahlung der Krankenkassen im DRG-System zur Verfügung - so die Implantation von Aortenklappen über die Leiste (TAVI) seit 2008 und die Abdichtung von undichten Mitralklappen über die Leiste (MitraClip) seit 2010.

In Bayern gehört die Kardiologie der Klinik Augustinum München auch zu den rund 60 Kliniken, die eine Vollbefugnis zur Weiterbildung zum Kardiologen haben. Zudem sind die Voraussetzungen für den Erwerb der Zusatzqualifikation zur interventionellen Kardiologie und zur speziellen Rhythmologie erfüllt. Ebenso besteht eine Vollbefugnis zur Ausbildung in Intensivmedizin.

Die CPU als Anlaufstelle im Notfall bei akuten Brustschmerzen wurde erstmals 2009 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifiziert. Die Rezertifizierung erfolgte 2012.

Diagnostik in der Kardiologie

Eine optimale Behandlung erfordert zunächst die richtige Diagnose. Dafür steht uns ein weites Spektrum an Untersuchungsverfahren zur Verfügung: vom einfachen EKG bis zum hochauflösenden Mehrzeiler-Cardio-Computertomographen (CT)

  • EKG (zum Teil mit medikamentöser Provokation), Belastungs-EKG, Langzeit-EKG (bis zu einer Woche, ggf. mit 12 Ableitungen)
  • Event-Recorder, Kipptischuntersuchung, Langzeit-Blutdruckmessung
  • Echokardiographie, z.T. mit körperlicher oder medikamentöser Belastung (Stressechokardiographie), z.T. über die Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie), z.T. dreidimensional (z.B. für Klappenerkrankungen), z.T. mit Kontrastmittel (z.B. zur Darstellung eines offenen Foramen ovale), z.T. intrakardial (ICE)
  • Ultraschalluntersuchungen der Arterien und Venen (Duplexsonographie), Spiroergometrie, in Zusammenarbeit mit der Radiologie Cardio-CT, Cardio-Kernspintomographie (MRT)
  • Mittels Herzkatheter Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarangiographie), des Herzmuskels (Lävokardiogramm), von Bypassgefäßen, der Hauptschlagader (Aortographie) und zahlreicher Arterien (z.B. Carotisangiographie, Nierenarterienangiographie, Becken-Bein-Arterien-Angiographie) sowie der Aortenklappe, des linken Vorhofohres und der Nierenarterien mittels DynaCT während des Herzkatheters
  • FFR während des Herzkatheters
  • Myokardbiopsie, Perikardpunktion
  • Mittels elektrophysiologischer Untersuchung Abklärung von Herzrhythmusstörungen, z.T. unter Verwendung dreidimensionaler Darstellung des elektrischen Erregungsablaufes (Mapping, CARTO, EnSite)

Behandlungen im Herzkatheterlabor

Herzkranzgefäße und aortokoronare Bypassgefäße

  • Beseitigung von Verengungen (Stenosen) mittels Ballonerweiterung (PTCA, Koronardilatation), bei Bypassgefäßen, z.T. unter Filterschutz
  • Implantation von Gefäßprothesen (Koronarstents)
  • Hochfrequenzbohrer für nicht aufdehnbare Verengungen (Rotablation)
  • Gerinnselabsaugung (Thrombusaspiration), vor allem im akuten Myokardinfarkt
  • Eröffnung chronisch verschlossener Koronargefäße (CTO)

Herzmuskel

  • Akute Unterstützung des Herzmuskels mittels intraaortaler Ballonpumpe (IABP)
  • Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)
  • Unterstützung der Kontraktilität mittels unterschwelliger Stimulation (CCM)
  • Beseitigung eines muskulären Ausflusshindernisses unterhalb der Aortenklappe (Septumwulst, HOCM) durch kathetergesteuerte Infarzierung dieses Bereiches (TASH)
  • Beseitigung (Perikardpunktion) von Herzbeutelergüssen, die den Herzmuskel an der Ausdehnung behindern (Perikardtamponade)

Herzklappen

  • Kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI, perkutaner Aortenklappenersatz, CoreValve, Sapien)
  • Kathetergestützte Aufweitung der Mitral-, Aorten- oder Pulmonalklappe (Valvotomy, Inoue-Ballon)
  • Kathetergestützte Reparatur der Mitralklappenundichtigkeit (MitraClip)

Herzrhythmus

  • Katheterablation von Vorhofflimmern (Hochfrequenz, Kryo), von Vorhofflattern oder des AV-Knotens
  • Katheterablation von Kammertachykardien
  • Katheterablation von Reentrytachykardien im AV-Knoten (AVNRT), bei (verborgenem) WPW-Syndrom (AVRT, akzessorische Bahn) oder Vorhoftachykardien
  • Katheterablation von Extrasystolen aus der Kammer (ventrikuläre Extrasystolen, VES) oder dem Vorhof (supraventrikuläre Extrasystolen, SVES)
  • Implantation von 1-Kammer-, 2-Kammer-, 3-Kammer-Schrittmachern sowie 1-Kammer-, 2-Kammer-, 3-Kammer-Defibrillatoren (ICD)
  • Elektroschockbehandlung von Vorhofflimmern (elektrische Cardioversion, ECV)

Sonstiges

  • Verschluss des linken Vorhofohres bei Vorhofflimmern (Watchman) zur Vermeidung der Blutverdünnung (z.B. mit Marcumar)
  • Verschluss von Kurzschlussverbindungen im Vorhof (Vorhofseptumdefekt, Vorhofscheidewanddefekt, ASD), in der Herzkammer (Ventrikelseptumdefekt, Kammerscheidewanddefekt, VSD)
  • Verschluss eines offenen Foramen ovale (PFO)
  • Dilatation und Versorgung mit Stents von peripheren Gefäßen (Becken-Bein-Arterien, Nierenarterien, A. carotis, A. sublavia)

Behandlungen auf der Station

Einige schwere Erkrankungen erfordern eine medikamentöse Therapie unter stationären Bedingungen für einige Tage. Hierzu steht für jedes Krankenbett eine Monitorüberwachung für Parameter wie EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung im Blut zur Verfügung.

Herzkranzgefäße

  • Bei akuten Durchblutungsstörungen (akuter Herzinfarkt, akutes Koronarsyndrom, ACS) Einleitung der medikamentösen Therapie unter EKG-Überwachung

Herzmuskel

  • Bei schwerer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) Ausschwemmen von Wasseransammlungen (Beinödeme, Lungenödem) sowie kontinuierlicher Aufbau einer optimalen Medikation unter Überwachung von EKG und Blutdruck
  • Vorbereitung auf eine Herztransplantation (HTX)

Herzklappen

  • Gezielte intravenöse Behandlung mit intravenösen Antibiotika bei bakteriellen Entzündungen der Herzklappe (infektiöse Endokarditis)

Herzrhythmus

  • Aufsättigung von auf die elektrische Leitung wirkenden Medikamenten (Antiarrhythmika, Flecainid, Propafenon, Sotalol, Dronedaron, Amiodaron) unter EKG-Kontrolle zur Überwachung der Effektivität und vor allem zur Erkennung von lebensbedrohlichen Unverträglichkeiten (Torsades de pointes)
  • EKG-Überwachung bei sehr häufig auftretenden Herzrasen (Tachykardien) und Bewusstlosigkeiten (Synkopen)

Chest Pain Unit (CPU, Brustschmerz-Einheit)

  • Umgehende Intervention bei lebensbedrohlichen Situationen im akuten Myokardinfarkt (transkutane Schrittmacherbehandlung und Elektroschockbehandlung, umgehende Wiederbelebungsmaßnahmen, Reanimation)
  • Unverzügliche medikamentöse Standardtherapie des akuten Koronarsyndroms

Intensivmedizin

  • Bei Schockzuständen, schwerster Atemnot, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen werden intensivmedizinische Überwachung (hämodynamisches Monitoring, PICCO) und Behandlung erforderlich (nichtinvasive oder invasive Beatmung, Narkoseverfahren [Analgosedierung], intraaortale Ballonpumpe, temporäre Schrittmachertherapie, externe Elektroschocks, Lyse bei Lungenembolien, intravenöse Medikamente zur Stützung des Blutdrucks)

Um unsere Patienten darüber hinaus noch umfassender zu versorgen, hat sich die Klinik Augustinum München mit Kooperationspartnern zusammengeschlossen.